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Exoskelett-Workshop am IPS in Kooperation mit NIRO

Das Institut für Produktionssysteme (IPS) unterstützt NIRO mit interessanten Themen aus dem Umfeld der Industrie 4.0. Am 17. Februar 2020 lud das IPS zu einem Workshop ein, der mögliche Anwendungsfelder für Exoskelette in Produktion und Logistik näher betrachtete.

Das Institut für Produktionssysteme (IPS) unterstützt NIRO mit interessanten Themen aus dem Umfeld der Industrie 4.0. Am 17. Februar 2020 lud das IPS zu einem Workshop ein, der mögliche Anwendungsfelder für Exoskelette in Produktion und Logistik näher betrachtete.

 Nach einer kurzen Vorstellung des IPS und einer Einführung in das Thema war Ausprobieren ausdrücklich erlaubt: Die rund 20 Teilnehmer*innen unter anderem aus den Bereichen Bau- und Verpackungsindustrie sowie Sondermaschinenbau konnten an diesem Nachmittag ein Exoskelett selbst anziehen und testen. Viele Teilnehmer hörten bereits von Exoskeletten, wussten jedoch nicht um deren konkreten Nutzen. Im Workshop ging es darum durch ausprobieren individuelle Erfahrungen zu sammeln und die Technologie kennenzulernen.

 Exoskelette werden außen am Körper getragen. Die Stützgestelle wirken mechanisch auf den Körper ein und entlasten in erster Linie das menschliche Muskel-Skelett-System. Je nach Exoskelett-Typ werden unterschiedliche Körperregionen entlastet. Sie ermöglichen bestimmte Bewegungen und sollen generell Körperbewegungen erleichtern oder unterstützen sowie Schädigungen reduzieren. Dies kann in erster Linie beim Heben schwerer Lasten helfen oder das Arbeiten in ergonomisch kritischen Positionen verbessern. Vorteile liegen in der Vorbeugung von Verletzungen, reduzierten Fehlzeiten, besserem Arbeitskomfort oder auch in erhöhter Produktivität und Qualität.

Die erste Testrunde, in der viele Teilnehmer*innen das Exoskelett „Paexo“ von der Firma Ottobock anlegten, brachte erste interessante Erfahrungsberichte: Das Tragen des Stützgerüsts wurde – zumindest für die kurze Testzeit – nicht als unangenehm empfunden und unterstützte Überkopfarbeit. Generell sind die Einsatzmöglichkeiten jedoch noch begrenzt und es muss das richtige Exoskelett für den jeweiligen Anwendungsfall ausgewählt werden. Für spezielle Anforderungen, wie sie einige Teilnehmer*innen aus ihrer Unternehmenspraxis schilderten, sind die Systeme aktuell nur eingeschränkt geeignet.

Ergänzend stellte das IPS ein Motion-Capture-System vor, das mit einer ausgefeilten Sensoren-Ausstattung Bewegungsabläufe analysiert und Wegstrecken aufzuzeichnen vermag. Die Tracking-Ergebnisse können für unterschiedlichste Zwecke, beispielsweise in der Zeitwirtschaft, Arbeitssystemgestaltung und Ergonomie genutzt werden.

 Anschließend wurden in Kleingruppen die Chancen und Risiken der Exoskelett-Technologie diskutiert. Hier warten noch zahlreiche Anwendungspotenziale auf eine konkrete Umsetzung in der industriellen Produktion oder auch im Handwerk. Generell sind die Ansprüche an derartig unterstützendes System sehr hoch und reichen von geringem Gewicht bis hin zu hohem Tragekomfort, um die Akzeptanz des Tragenden zu erlangen. Eine große Rolle spielt auch die einfache und problemlose Handhabung sowie die Lebensdauer des Exoskeletts. Entscheidend für den Einsatz werden die entstehenden Kosten in Abwägung zum Nutzen sein.

Vom IPS geplante Forschungsaktivitäten wie bspw. das Forschungsprojekt SyNExo nehmen diese Fragestellungen auf und werden daher für einige NIRO-Unternehmen in Frage kommen.

Bei Interesse zum Thema Exoskellete und deren gewinnbringenden Einsatz in der Produktion können Sie sich gerne an uns, d.h. unsere Mitarbeiter Florian Hoffmann und Vanessa Weßkamp wenden.

Das IPS bedankt sich bei NIRO und den Teilnehmer*innen für diesen sehr interessanten Workshop, der einen aktuellen Überblick über den Stand der Exoskelett-Technologie gab und mögliche Anwendungsfelder in Unternehmen aufzeigte.